Brüssel–Weihnachten

erschienen am 03.01.2012 auf www.lieblingsbier.de, Betreiber: vom Endt & vom Endt GbR, Berlin / verantwortlich: Felix vom Endt, Weitramsdorf

 
Brüssel – spezielle belgische Biere zum Jahreswechsel
  
Nach einiger Zeit wieder ein interessanter Gastbeitrag mit vielen Tipps von Bierliebhaber und Biersommelier Arnd-Axel Rosenbaum über einen bierigen Weihnachtsbesuch in der belgischen Stadt Brüssel.
 
Alle Jahre wieder hat es uns auch dieses Jahr an einem Wochenende im Dezember nach Brüssel gezogen. Ziel waren die Weihnachtsbiere, die es dort in verschiedensten Lokalitäten zu genießen gibt. Begonnen wurde im Moeder Lambic Fontainas, wo ein gutes halbes Dutzend zur kalten Jahreszeit passende Biere angeboten wurden. Das bernsteinfarbene Père Noël von De Ranke bildete mit seinen 7 % vol. alc. und einem hopfig-blumigen und fruchtigem Aroma den Anfang, gefolgt von einem Goliath Christmas der Brasserie des Légendes mit 8,0 % vol. alc. Hier spielen Duft und Geschmack von Anis eine wesentliche Rolle. Ebenfalls waren auch ein Rulles Estivale, ein hopfig bittersüßes Zinnebier X-mas der Brüsseler Brasserie de la Senne, und ein tiefschwarzes, fast schon öliges Winterkoninkse der Brouwerij Kerkom mit 13 % vol. alc. zu erleben.
 
Im Poechenellekelder, mit seiner üppig kitschigen Einrichtung, konnte man aus einem unglaublichen Angebot von 25 Weihnachtsbieren auswählen. Vom „einfachen“ Affligem Patersvat Blond, 6,8 % vol. alc., über das hopfig kräutrige Gouden Carolus Christmas von Het Anker mit 10,5 % vol. alc, bis hin zum St. Bernardus Christmas Ale, 10,0 % vol. alc., waren die Möglichkeiten wirklich beeindruckend. Da aber unsere Ohren mit US-amerikanischer Einheits-Weihnachtsmusik beschallt wurden, brachen wir auf, um uns kulinarischen Genüssen zuzuwenden. Hier fiel die Wahl auf ein typisch belgisches Carbonnades à la Rochefort und ein Râble de lapin à la Gueuze.
 
Zwischen den Biererlebnissen sollte man unbedingt die phantastischen Spekulatius der seit 1829 existierenden Biscuiterie Dandoy und auch die Spitzenerzeugnisse von Chocolatier Neuhaus, dem Erfinder der Praline, genießen. Am besten überzeugt man sich in der wunderschönen Galerie de la Reine, wo sich das Unternehmen bereits 1857 niedergelassen hat, von der Qualität dieser Schokoladenkreationen.
 
Zurück zum Bier: Im Mort Subite, mit dem herrlichen Dekor aus der Zeit der Belle Époque, gab es zum Abschied dann noch ein Bush de Noël von Dubuisson, 12,0 % vol. alc., welches nun bereits seit 20 Jahren Vorfreude auf Weihnachten entstehen lässt. Das geniale Stille Nacht von De Dolle Brouwers, 12,0 % vol. alc, das bezüglich seines Aromas an ein sehr feines Bonbon mit Frucht- und Karamellnoten erinnert, bildete dann den Abschluß dieses Zwei-Tage-Ausfluges, auf dem der berühmte Brüsseler Weihnachtsmarkt „Plaisirs d´Hiver“ nur die touristische Kulisse bildete.
 
„Bons Vœux“ wünscht nun Biersommelier Arnd-Axel Rosenbaum, nicht ohne anzumerken, dass dieses einzigartige hopfig bittere und doch so fruchtig milde, ursprünglich als Neujahrsbier eingebraute Getränk der Brasserie Dupont mit 9,5 % vol. alc., natürlich auch verköstigt wurde.
 
 
Biersommelier Arnd-Axel Rosenbaum - www.biersommelier.info